Wandel braucht ein ,,Warum‘‘ - Ein Interview mit Katrin Dubberke

Wandel braucht ein ,,Warum‘‘
Ein Gespräch mit Katrin Dubberke, Beraterin für HR- und Transformation-Leaderin an der Schnittstelle von KI, Führung und Talent Strategie.
Was macht jemanden aus, der vom dualen Studium im Handel über Projektmanagement bis in HR gewechselt hat? Katrin Dubberke hat ihren Weg selten geradlinig, aber immer mit klarem Blick für das nächste Kapitel gestaltet. Im Gespräch erzählt sie, warum sie ihren Einstieg in den Personalbereich anfangs mit einem Imposter-Syndrom erlebte.
Dein Weg war alles andere als der klassische. Was hat dich dorthin gebracht, wo du heute stehst?
Ich habe ein duales Studium im Handel gemacht, das war mein Einstieg. Danach bin ich ins Projektmanagement gewechselt. Ich habe zahlreiche Transformationsprojekte an der Schnittstelle von Business und IT verantwortet. Das war schon eine gute Schule für das, was später kam, auch wenn ich es damals noch nicht so genannt hätte. Irgendwann hat mich das Thema Personal gepackt – Talent Management, Führungskräfteentwicklung, Change Management. Das war der Moment, in dem ich gemerkt habe: Da will ich hin.
„Ich habe früh gemerkt: Es geht mir nicht um die Technologie an sich, sondern darum, Wie wir Menschen befähigen und stärken können, gut mit Wandel umzugehen.“
Wie war der Wechsel in den Personalbereich für dich?
Ehrlich gesagt anfangs unsicher. Ich kam aus einer anderen Richtung und hatte das Gefühl, mir fehlt die Expertise, die andere mitbringen – klassisches Imposter-Syndrom. Aber im Rückblick war es genau der Blick von außen, aus dem Business, der gewinnbringend war. Es war die richtige Entscheidung und genau die richtige Aufgabe und Herausforderung.

Jetzt beschäftigst Du Dich intensiv mit KI. Warum und wie?
Ich denke Ki verändert unser Arbeitsleben grundlegend und da will ich nicht nur beobachten, sondern mitgestalten. Als tech-affine Person hat mich das auch neugierig gemacht und so absolviere ich gerade meinen MBAI. Die Arbeit mit Agenten gehört nun fast für mich zum „Tagesgeschäft“.
Wo investierst du deine Energie – und was raubt sie dir?
Feedbackschleifen und Selbstreflexion sind für mich zentrale Werkzeuge. Ich nutze dafür inzwischen auch Künstliche Intelligenz als eine Art Sparringspartner – das klingt vielleicht ungewöhnlich, funktioniert aber erstaunlich gut. Energie verschwende ich dagegen, wenn ich mich über Dinge aufrege, die ich nicht beeinflussen kann. Ich fokussiere mich lieber auf die Dinge, die ich gestalten kann.
Wie schafft man es, dass Veränderung nicht als von oben verordnet wahrgenommen wird?
Es braucht ein klares Warum und eine Geschichte, die trägt. Ich beschreibe das gerne mit zwei Bildern: Slaying the Dragon, also Gefahrenabwehr – wir müssen etwas ändern, weil sonst etwas Schlimmes passiert. Und Winning the Princess, die zukunftsorientierte Vision – wir verändern uns, weil wir etwas erreichen wollen. In meiner Erfahrung wirkt die zweite Variante fast immer stärker als reine Effizienzargumente. Menschen folgen selten einer Kennzahl, aber sie folgen einer Zukunft, die sie sich vorstellen können.
„Eine attraktive Erzählung schlägt reine Effizienzlogik – fast immer.“
Was ist dein wichtigster Rat für Transformation durch Künstliche Intelligenz?
Der Fokus muss auf den Menschen liegen, nicht auf der Technologie. Das gilt gerade bei KI-Transformationen. Und noch etwas: Es lohnt sich die Menschen zu aktivieren, die den Wandel unterstützen und tragen wollen und gut hinzuhören bei denen, die Widerstand leisten. Es braucht beide. Die einen gehen voran und die anderen sind oft die, die Risiken oder Ängste aussprechen. Beides ist wertvoll.Der Wandel entsteht dort, wo Menschen ihn mittragen – nicht dort, wo man am lautesten gegen Widerstände ankämpft.
„Nicht auf die Skeptiker schauen, sondern die aktivieren, die den Wandel tragen wollen – das macht den Unterschied.“
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